Nachtrag
zum Artikel Des
öfteren wird in den verschiedensten Foren auf meine
Thesen hingewiesen und gleichzeitig um eine Beurteilung
derselben gebeten. Dabei verblüfft immer wieder der
Ablauf dieser Debattierversuche: Kaum einer, der zumindest
ansatzweise zum eigentlichen Thema Stellung bezieht! Als
erstes wird meine Parteizugehörigkeit unter die Lupe
genommen. Mir wird vorgeworfen, im Laufe der Jahrzehnte
verschiedene Parteien gewählt zu haben. Die daraus
abgeleitete Schlussfolgerung: Ich sei ein unsteter Geist und
wechsle meine Meinungen wie mein Hemd. Kein
Wort darüber, wie sehr sich doch die Parteiprogramme
langfristig ändern, wie oft Regierungsparteien ihre
Zusagen nicht einhielten und welch wichtige Rolle der Wandel
in den Führungsspitzen spielt*. Als
Zweites wird meine Legitimation angezweifelt. "Der Mensch
hat ja nicht einmal einen Doktortitel und Ökonomie
studiert", heißt es vielsagend. Ich
habe in der Tat mir mein Wissen selbst angeeignet und bin
auch noch stolz darauf. Ich habe keine einzige
Wirtschaftstheorie ohne eigene Überprüfung
übernommen und immer wieder versucht, mir
entsprechend den Gesetzen der Logik, aus meinen steten
Beobachtungen des aktuellen Wirtschaftsgeschehens und unter
Berücksichtigung historisch relevanter
ökonomischer Abläufe eigene Theorien zu
erarbeiten. Meine
Unvoreingenommenheit, die mir fehlende eingebleute
Vorprogammierung, soll mir nun als Schwäche ausgelegt
werden? Ich betrachte das Selbststudium nicht als Makel,
dessen ich mich schämen müsste. Viele Autodidakten
gelangten selbst in den Naturwissenschaften zu
bahnbrechenden Erkenntnissen, von denen die Menschheit bis
heute profitiert. Das
ständige Abgleiten in den Forendebatten vom Sachthema
zu meiner Person belegt erschreckend deutlich, wie sehr
selbst studierte Betriebs- und Volkswirtschaftler
überfordert sind, meine Thesen objektiv zu beurteilen.
Nach wie vor scheint eine weit verbreitete
Obrigkeitshörigkeit jede freie Diskussion schon im
Ansatz zu blockieren (Titel und Name eines Referenten
zählen mehr als alle Inhalte).
©
Manfred J. Müller, Flensburg
Wer
ist Manfred Julius Müller?
Statt sachbezogener Antworten oder
Meinungsäußerungen wird sich fast
ausschließlich mit meiner Person
auseinandergesetzt.
Dabei sollte meine Flexibilität bezüglich meines
Wahlverhaltens doch eigentlich erkennen lassen, dass ich
eben nicht einem stupidem Klassen- und Lagerdenken verfallen
bin und recht unvoreingenommen politische Sachverhalte
analysiere.
Was meine eigenen Thesen betrifft: Es gibt nicht eine
einzige, die ich in den letzten 30 Jahren hätte
revidieren müssen. Was ich vor langer Zeit
veröffentlicht habe, dazu stehe ich auch heute
noch.
Doch was passiert denn, wenn sich junge Menschen über
Jahre durchs
Volkswirtschafts-Studium
quälen?
Es erfolgt eine Zensur und eine tiefgreifende
Prägung auf alte (vielleicht längst
überholte) Lehrsätze. Den Studenten werden zum
Teil Thesen eingetrichtert, die ich für
grundsätzlich falsch halte.
Wie selten werden aus diesen vorprammierten
Denkschemen später einmal eigenständige
Überlegungen reifen?
Diese Prozedur war zwar mühevoller, wahrscheinlich aber
auch viel weiterführender als das übliche
Auswendiglernen. Schon eine einzige als falsch enttarnte
These kann eine wahre Lawine ins Rollen bringen und eine
Kettenreaktion auslösen, weil dann die daraus
abgeleiteten Rückschlüsse auch nicht mehr
stimmen.
*Wie oft halt allein die SPD in den letzten Jahren ihre
Meinung grundlegend geändert. Erst Hartz IV mit
großem Tam-Tam eingeführt, dann nach und nach ein
Gutteil der Beschlüsse wieder zurückgenommen.
Ebenso die Rente mit 67: erst eingeführt, dann der
totale Sinneswandel. Spitzensteuersatz: erst auf 42 %
abgesenkt (um die Eliten- und Kapitalflucht zu stoppen),
jetzt will man plötzlich wieder 49 %. Zuwanderung von
Armutsflüchtlingen: erst gefördert, dann auch hier
ein Gesinnungswandel.
Manfred
Julius Müller
analysiert
seit 30 Jahren weltwirtschaftliche Zusammenhänge und
veröffentlichte unzählige Aufsätze zu den
verschiedensten Themen. Er entwickelte neue
Wirtschaftstheorien, die weltweit neue Maßstäbe
setzten und in manchen Ländern in wichtigen Bereichen
bereits die Gesetzgebung beeinflussten. Inzwischen sind auch
einige Bücher erschienen, u. a.
"DAS
KAPITAL und die
Globalisierung".