Warum
eigentlich muss die Pflegeversicherung über die Arbeit
finanziert werden? Warum muss die Pflegeversicherung zum
belastenden Kostenfaktor werden? Manfred
Julius Müller: Die
Umfinanzierung der Pflegeversicherung! Die
Pflegeversicherung wurde in Deutschland am 1. Januar 1995
eingeführt. Aber es war keineswegs so, dass vor dieser
Zeit pflegebedürftige Menschen ihrem Schicksal
überlassen wurden. Nein, die Pflege gab es schon immer
- geändert wurde vor allem deren
Finanzierung. Die
neue Versicherung ermöglicht es Pflegebedürftigen,
ihr Einkommen bzw. Vermögen zu schonen, falls sie denn
über ausreichende Mittel überhaupt verfügen.
Nutznießer sind in erster Linie die späteren
Erben. Die
Pflegeversicherung macht die Arbeit teurer und damit
Arbeitsplätze knapper! Die
Pflegeversicherung sollte über die Mehrwertsteuer
finanziert werden! Die
Finanzierung muss vielmehr über eine Anhebung der
Mehrwertsteuer erfolgen, denn diese indirekte Steuer
treibt die Arbeitskosten nicht
in die Höhe. Im Gegenteil: Weil auch Importwaren
der Mehrwertsteuer unterliegen, erzielt man einen
Doppeleffekt: Inländische Produkte werden billiger,
importierte Güter dagegen teurer. Das ist genau das,
was unserem Wirtschaftsstandort gut bekommt und schon einmal
einen Aufschwung hervorgezaubert hat (durch die
Mehrwertsteueranhebung vom 1. 1. 2006 bei gleichzeitiger
Absenkung der Arbeitslosenversicherung wurden über 1
Million neue Arbeitsplätze geschaffen und das
Wirtschaftswachstum deutlich erhöht. Falls jemand
diesen Zusammenhang bestreitet, hier eine weiterführende
Erläuterung.
Pflegeversicherung:
"Aber durch die Anhebung der Mehrwertsteuer wird doch alles
teurer
" Ja
zur Pflegeversicherung - Nein zu
Beitragszahlungen! Deshalb
die konkrete Forderung: 1.
Anhebung der Mehrwertsteuer auf 22 % (ermäßigter
Satz einschließlich Handwerk, Gastronomie und
Gesundheitswesen 11 %) 2.
Als Ausgleich dafür Finanzierung der Pflegeversicherung
voll und ganz über die Mehrwertsteuer 3.
Falls das Geld reicht, zusätzlich noch die Rundfunk-
und Fernsehgebühren vollkommen abschaffen und ebenfalls
über die Mehrwertsteuer finanzieren! Welche
Partei hat den Mut, dies umzusetzen? Meine
Stimme bekommt auf jedenfall die Partei, die eine weitere
Reform im Sinne der Umfinanzierung der Sozialversicherung in
ihr Wahlprogramm schreibt. Kommentar
zu diesem Artikel (Nr. 808) abgeben? ©
Manfred J. Müller, Flensburg
Wie
mit Propagandatricks die Wahrheit ausgehebelt wird...
Die
Tücken des Neoliberalismus Die
verheimlichten Folgen der Globalisierung Ein
weiteres Beispiel, wie man das globale Lohndumping
unterbinden könnte... Die
Globalisierung bringt nicht Frieden, sondern wachsenden
Unmut. Wie
mit falschen Erfolgsmeldungen ("Exportweltmeister") die
Bevölkerung besänftigt wird... Die
Manipulation der öffentlichen Meinung Zwischen
Demokratie und Scheindemokratie Weitere Themen:
Lkw-Maut,
Ökosteuer,
Globalisierung,
Weltwirtschaft,
Welthandel,
Agenda
2010,
Grundeinkommen,,
Mehrwertsteuererhöhung,
Kapitalismus. Home
(Eingangsseite
www.das-kapital.eu mit Menueleiste) ©
Manfred J. Müller, Flensburg
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Für alle diejenigen, die ihre Pflege nicht aus eigener
Tasche bezahlen konnten, mussten vor 1995
Familienangehörige oder die Kommunen einspringen. Ein
Großteil der Pflege war somit steuerfinanziert. Im
Wesentlichen bedeutet die Pflegeversicherung deshalb eine
Umstellung von der Steuerfinanzierung zur
Beitragsfinanzierung.
Obgleich
wir in Deutschland bereits ein völliges Ungleichgewicht
zwischen Arbeit und Kapital hatten (Arbeit wurde und wird
mit hohen Sozialversicherungsbeiträgen künstlich
verteuert, Kapital über Subventionen verbilligt -
näheres...),
hat man die bereits vorhandene Schieflage weiter
verstärkt. Damit wurde die eigentlich sinnvolle
Einrichtung der Pflegeversicherung zur zusätzlichen
Belastung des Faktors Arbeit.
Wenn
man die nützlichen Eigenschaften der Pflegeversicherung
erhalten, die negativen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt
aber vermeiden möchte, so gibt es eigentlich nur eine
Lösung: Die Pflege muss (wieder) über Steuern
finanziert werden. Dabei ist es aber nicht einerlei,
über welche Steuerart dies erfolgt. Es bringt wenig,
als Ersatz für Sozialversicherungsbeiträge einfach
die Lohn- und Einkommenssteuern anzuheben.
Die
Kapitallobby möchte auf jeden Fall eine Anhebung der
Mehrwertsteuer unterbinden, weil es deren Position
schwächt. Deshalb gibt es diesbezüglich leider
eine gut inszenierte Lügenpropaganda. Eine
zusätzliche Teuerung kann jedoch gar nicht eintreten,
weil keine zusätzliche Kosten entstehen und es sich nur
um eine Verschiebung der Einnahmeseite handelt. Die
Erfahrungen aus der letzten Umschichtung zum 1. 1. 2007
haben dies eindeutig bestätigt (Näheres).
Die
CDU/CSU hatte im letzten Bundestagswahlkampf 2005 den
Schneid, die Anhebung der Mehrwertsteuer zu proklamieren als
Ausgleich für eine Absenkung der
Arbeitslosenversicherung. Dieser mutige Schritt wurde ihr
nicht gedankt - weil es ziemlich einfach ist, mit
populistischen Parolen eine erklärungsbedürftige
Reform zu verunglimpfen (Näheres).
Dennoch würde ich mir wünschen, dass noch einmal
eine große Volkspartei einen ähnlichen Schritt zu
gehen bereit ist, diesmal eben zur Finanzierung der
Pflegeversicherung und der Fernsehgebühren. Die
Umfinanzierung der Pflegeversicherung ist übrigens auch
deshalb erforderlich, weil die Beiträge zur
Krankenversicherung weiter anziehen dürften, die
staatliche Abgabenquote also ohne Entlastungsmaßnahmen
immer weiter steigen würde.
Weitere interessante Themen:
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch vier Bücher erschienen: "Die
Kultivierung des Kapitals", 2001, "Anti-Globalisierung.
Zurück zur Vernunft!", 2002, "Das neue
Wirtschaftswunder. Die Entmachtung des globalen
Dumpingsystems", 2005, "Das
Kapital und die
Globalisierung",
2008.