Auch Frankfurt spürt die Bankenkrise!
Abendliche Silhouette von Frankfurt am Main, Deutschlands Finanzzentrum (Mainhatten)

 

Die wahren Ursachen der Bankenkrise werden verdrängt!

Signalisiert die Bankenkrise das Ende der Globalisierung?

 

Offensichtlich werden die wahren Ursachen der Bankenkrise immer noch verkannt. Man redet heute viel von der Raffgier der Spekulanten und den waghalsigen undurchschaubaren Finanzprodukten, man hat begriffen, dass der eskalierte Liberalismus und der Abbau von Regulierungen im Rausch der Globalisierungsideologie ein Fehler war und zeigt, nachdem der Crash immer weitere Bahnen zieht, endlich ein wenig Einsicht.

Aber die wahren Hintergründe und Ursachen für die brisante Eskalation an den Finanzmärkten scheint man immer noch nicht wahrnehmen zu wollen.

 

Ursache der Finanz- und Bankenkrise ist die vertrackte Globalisierungs-Ideologie!
Wenn wir einmal sachlich an die Aufarbeitung herangehen, dann kann doch eigentlich niemand bestreiten, dass das Unheil mit dem weltweiten Abbau der Zölle begann.
Mit der Verpönung der Importzölle fing alles an, denn damit gaben die Regierungen das Zepter aus der Hand. Der Abbau der Zölle war gleichbedeutend mit einem
Kapitalistischen Ermächtigungsgesetz - die finanzstarken Unternehmen konnten fortan die Menschen und Staaten dieser Welt gegeneinander ausspielen.

Wer arbeitet noch billiger? Wo sind die Steuern und Umweltauflagen günstiger? Welche Region bietet noch höhere Subventionen?
Und alles nur, um das profitsüchtige Kapital gnädig zu stimmen, um Investitionskapital und damit Arbeitsplätze zu halten oder anzulocken.

Wir nennen diesen weltweiten Dumpingwettbewerb, ausgelöst durch den Zollabbau, heute beschönigend "Globalisierung" und tun so, als handele es sich dabei um die natürlichste Sache der Welt, die sich ganz von allein ergeben hat. Dabei war es die von der Kapitallobby unterwanderte Politik, die stillschweigend ohne öffentliche Diskussion diesen schwerwiegenden Globalisierungsprozess eingeleitet hat (durch den Abbau der Zölle).

 

Die Globalisierung (der Zollabbau) ist verantwortlich für die Massenarbeitslosigkeit!
Die Auslagerung der Fabriken in die Billiglohnländer sorgte in den Industriestaaten für eine Massenarbeitslosigkeit, deren wahre Ausmaße weitgehend verschleiert und deshalb bis heute kaum richtig begriffen wurden.

Auch in Deutschland wurde und wird mit Erfolg massive Bilanzkosmetik betrieben - indem man zum Beispiel Millionen von Arbeitslosen in die Frührente schickt (die hohe Zahl von 20 Millionen Rentnern wird trickreich als demografisches Problem verkauft), indem man Jugendliche ohne Aussicht auf einen Ausbildungsplatz zu zusätzlichen Schuljahren animiert, indem man Arbeitslose in oft sinnlose ABM-Maßnahmen steckt, indem man Ein-Euro-Jobs ersann, indem verzweifelte Langzeitarbeitslose über marktverzerrende Subventionen in die Selbständigkeit gedrängt werden (die ihnen am Ende häufig nur einen hohen Schuldenberg bescheren), indem schlechtbezahlte Leiharbeit unterstützt wird, indem Mini-Jobs subventioniert werden, indem die Praktikanten-Ausbeutung immer weiter ausgedehnt wurde, indem die Altersteilzeit eingeführt wurde und so weiter und so fort.

Hätte man dieses exzessive Täuschungsmanöver unterlassen,
hätte man offen und ehrlich das ganze Ausmaß der Katastrophe dargestellt -
dann wäre die zollfreie EU- und Globalisierungspolitik vermutlich schon vor 20 Jahren politisch nicht mehr haltbar gewesen!

 

Die Globalisierung (der Zollabbau) ist ebenfalls verantwortlich für die Renten- und Reallohnsenkungen!
Seit 1980 sind in Deutschland die Reallöhne und Renten um ca. 20 % gesunken, trotz steten produktiven Wachstums.
In Zeiten vor der Globalisierung haben sich die Einkommensverhältnisse in einem Zeitraum von 25 - 30 Jahren dagegen stets verdoppelt! (
Lohnentwicklung).

 

Der eigentliche Auslöser für die Bankenkrise ist die Globalisierung der Realwirtschaft!
So liegt dann auch der wahre Hintergrund dieser sogenannten Bankenkrise in der Realwirtschaft - im Ausbluten der alten Industriestaaten.

Besonders die USA hatten sich mehr und mehr zur Basarökonomie entwickelt. Auch dort sanken die Arbeitseinkommen wegen der andauernden Ausgliederung wichtiger Produktionsstätten. Die USA mutierten zur Dienstleistungsgesellschaft und waren auch noch stolz darauf - die Herstellung der gierig nachgefragten Konsumartikel wurde zu immer größeren Teilen in den asiatischen Raum verlagert. Dass diese Taktik auf Dauer nicht aufgeht, veranschaulicht die Bankenkrise.

Zwar stimmt es, dass die leichtsinnige Hypothekenvergabe und die Immobilienblase letztlich Auslöser der Bankenkrise waren - das Fundament für die fatale Fehlentwicklung lieferte aber der globale Dumpingwettbewerb, der keinen realen Wohlstandszuwachs für die breite Bevölkerung mehr zuließ.

Denn wäre die USA eine intakte Volkswirtschaft gewesen und hätten die amerikanischen Häuslebauer natürlich wachsende Einkommen gehabt, dann wären die fragwürdigen Konjunkturspritzen durch anormal niedrige Zinsen (die die Immobilienblase entstehen ließen) gar nicht notwendig gewesen und außerdem hätte der Durchschnittsamerikaner seinen Hypothekenverpflichtungen bei besseren Reallöhnen auch leichter nachkommen können.

 

Ohne verklärende Globalisierungs-Ideologie hätte es die Bankenkrise nicht gegeben!
Man sollte nicht vergessen, dass auch der eifrige Ausbau des freien Kapitalverkehrs, der weitgehende Verzicht auf Kapital- und Finanzkontrollen, auf die vor gut 30 Jahren eingeleitete Globalisierungsoffensive zurückzuführen ist.

Damals galt alles, was den Abbau von Vorschriften und Regulierungen betraf, als todchic. Der Liberalismus wurde enthusiastisch als Heilsbringer gefeiert. Nun erntet man die Früchte dieser Saat - aber die Globalisierungslobby versucht immer noch mit allen Mitteln, ihr Kapitalistisches Ermächtigungsgesetz krampfhaft zu verteidigen.

 

Ohne die Rückbesinnung auf intakte Binnenmärkte (ohne die Abkehr vom globalen Dumpingsystem) bleibt die Behebung der Bankenkrise nur notdürftige Flickschusterei!
Die ursächlichen Probleme bleiben bestehen, auch wenn nun unter dem Zwang der Ereignisse hastig Garantien für faule Kredite bzw. Teilverstaatlichungen zahlungsunfähiger Banken und strengere Regeln und Kontrollen für den internationalen Finanzverkehr durchgesetzt werden sollten.

Deshalb muss endlich auch über eine Renaissance der Zollgrenzen nachgedacht werden. Es kann nicht funktionieren, wenn die alten Industriestaaten einen Produktionsbereich nach dem anderen an die aufstrebenden Schwellenländer verlieren (mit diesem Niedergang wäre auch den Schwellenländer wenig gedient).

Die internationale Arbeitsteilung ist ein Hirngespinst, Produktion und Produktionsentwicklung lassen sich langfristig nicht trennen. Die Vorstellung, die alten Industriestaaten seien als "Herrenrasse" prädestiniert für Entwicklung und Forschung, während man den asiatischen Schwellenländer die Rolle der Fertigung bzw. der "Werkbank" zuweist, ist ebenso abgehoben wie geschmacklos.

 

Nach Behebung der aktuellen Bankenkrise muss endlich über die globale Wirtschaft neu nachgedacht werden!
Sobald die Bankenkrise überwunden wurde und die Finanzmärkte sich wieder beruhigt haben, muss der globale Dumpingwettbewerb der realen Wirtschaft entschärft werden. Dabei wird es wahrscheinlich zu einer Wiederbelebung der Zölle kommen (die sich schließlich über Jahrtausende bewährt haben).

Man wird einsehen müssen, dass der hochgelobte Subventions-Protektionismus wesentlich schlechter funktioniert als der zurzeit verteufelte Zoll-Protektionismus. Weil es nämlich für den Staat besser ist Geld einzunehmen (über Zölle) als es auszugeben (als "Bestechungsgelder" für die Investoren in Form von staatlichen Lohnzuschüssen, Steuergeschenken, Investitionsbeihilfen usw.).

 

Hintergrund:
Leitet Donald Trump das Ende der Globalisierung ein?

 

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© Manfred Julius Müller, Flensburg, November 2008 (aber auch heute noch aktuell)




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