Steuerschlupflöcher schließen...
Es ist zwar ein alter Hut, aber es darf dennoch nicht unerwähnt bleiben: Durch diverse Steuerschlupflöcher entgehen dem Fiskus jährlich einige Zigmilliarden Euro.
Nun fragt sich der Laie unwillkürlich, "was ist da los, warum handelt der klamme Staat denn nicht?".
Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen:

a) Oftmals entstehen Steuerschlupflöcher lediglich aus Fahrlässigkeit des Gesetzgebers.
Beim Verfassen der komplizierten Steuergesetze überblicken die Experten nicht ausreichend, mit welchen Tricks ausgebuffte Steuerberater neue Verfügungen umgehen bzw. ausnutzen.
Es dauert lange, bis Fehler erkannt und Gesetze korrigiert werden können.

b) Lobbyinteressen spielen bei dem ganzen Steuerhickhack ebenfalls eine große Rolle. Den mächtigen Verbänden und dem Großkapital bieten sich auf verschiedenen Ebenen beste Möglichkeiten der Einflussnahme. Unliebsame Vorhaben können deshalb oft schon im Ansatz verhindert werden.

c) Es ist oft ungewiss, wie sich das Schließen eines Steuerschlupfloches oder einer Abschreibungsmöglichkeit volkswirtschaftlich auswirkt.
Zum Beispiel nutzen viele Kapitalgesellschaften den durch die Schröder-Regierung geschaffenen Vorteil, in Deutschland erwirtschaftete Gewinne ins Ausland zu verschieben (indem der Konzern an seine Auslandstochter im Steuerparadies überhöhte Preise für Waren, Dienstleistungen oder Patente zahlt).
Wenn man nun den Konzernen das wunderschöne Steuersparmodell wieder nimmt, kann es sein, dass diese mit Strafaktionen antworten (weitere Produktionsstätten oder gar den Firmensitz ins Ausland verlagern).
Trotzdem sollte m. E. diese absurde Besserstellung der Großunternehmen möglichst bald wieder rückgängig gemacht werden.

Im Wahljahr 2005 hatte die CDU mit Angela Merkel versucht, das Uraltproblem Steuerflucht anzugehen und über ein Steuervereinfachungsgesetz die Grundlagen für mehr Transparenz und Gerechtigkeit zu schaffen.
Wie wir wissen, wurde ihr dieser Vorstoß nicht gedankt - das Vorhaben wurde von der Gegenseite polemisiert und somit für lange Zeit erst einmal abgeblockt.

Weiterführende Informationen: Wie lassen sich Steueroasen austrocknen?

 

Lesenswert! Hintergrund & Analyse (alles werbefrei):
Konzernfreundliche Politik: Warum werden Konzerne so verhätschelt?
Die Tricks bei der Berechnung der Arbeitslosenzahlen
Trügerischer Wirtschaftsboom: Wann zerfällt das Kartenhaus aus Billiggeldschwemme, Nullzinspolitik und Währungsdumping?
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Warum sind so viele Deutsche noch immer für die EU?
Der Niedergang Deutschlands. Warum sinken seit 1980 die realen Nettolöhne und Renten?

 

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© Dieser Text ist die Zusammenfassung einer Studie des Wirtschaftsanalysten und Publizisten Manfred J. Müller aus Flensburg
. Erstveröffentlichung 2009. Impressum

 Manfred Julius Müller analysiert und kritisiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er ist Autor verschiedener Bücher zu den Themenkomplexen Globalisierung, Kapitalismus und Politik.

 

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Ein Gegenentwurf zum Kapital von Karl Marx:
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Plädoyer für die Entmachtung des Kapitals und die Rückbesinnung zur Marktwirtschaft.
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Nachtrag 31. August 2021, 26 Tage vor der Bundestagswahl:
Noch immer werden die entscheidenden Fragen nicht gestellt!
Verfolgt man die Anliegen der etablierten Parteien, wollen alle natürlich nur des Beste (fördern, subventionieren, umverteilen). Aber ob und wie erfolgreich sich deren Konzepte später auch umsetzen lassen, können nicht einmal Experten abschätzen. Vor allem, weil die wichtigsten Baustellen einfach totgeschwiegen werden. Die entscheidende Frage ist doch:
Wie gedenkt man, aus der seit zehn Jahren anhaltenden Billiggeldschwemme/Nullzinsphase wieder herauszukommen?
Wer Deutschlands schleichenden Niedergang als Erfolg verkauft (angeblich gesunkene Arbeitslosenzahlen und gestiegene Reallöhne), irgnoriert das Wesentliche! Nämlich dass durch die gigantische zinslose Billiggeld-Notprogrammblase nicht nur die Sparer enteignet und die Marktwirtschaft ausgehebelt, sondern auch die Zukunft verfrühstückt wurde. Die vermeintlich "guten" Zahlen (in Wahrheit sind sie mehr als beschämend) beruhen ausschließlich auf einem billionenschweren, unmoralischen Konjunkturprogramm. Seriöse Parteien müssten erklären, wie sie aus dieser Nummer wieder herauskommen, anstatt die Bevölkerung mit neuen großen Wahlversprechen zu ködern.



Sie haben in entscheidenden Dingen eine andere Auffassung?
Sie beschäftigen sich bereits seit Jahrzehnten mit politischen Grundsatzfragen (Freihandel, EU, Euro, Multikultiideologie usw.). Sie haben selbst schon diesbezügliche Studien und Analysen erstellt, Vor- und Nachteile abgewogen, Fakten geprüft und sich über diverse Kanäle ständig auf dem Laufendem gehalten? Dann würde ich mich über einen offenen Gedankenaustausch mit Ihnen sehr freuen. Schreiben Sie per Email an m.mueller@iworld.de, warum unter Berücksichtigung aller relevanten Faktoren (dem Wohle der Menschheit dienend) Sie zu anderen Schlussfolgerungen gekommen sind.