Ursachen
und Folgen von Weltwirtschaftskrisen Wie kann
es sein, dass es immer wieder zu verheerenden
Weltwirtschaftskrisen kommt? Lernt die Menschheit bzw. die
Politik und die Wirtschaftswissenschaft denn gar nichts aus
den Katastrophen der Vergangenheit? Sind sie alle
belehrungsresistent? Ziehen sie am Ende gar die falschen
Schlüsse? Seit
der im 19. Jahrhundert beginnenden Industrialisierung gab es
neben vielen kleineren Rezessionen drei schwere
Weltwirtschaftskrisen: Wie
unterscheiden sich diese Krisen voneinander, was haben sie
gemeinsam? Ursachen
und Folgen der Weltwirtschaftskrise 1873 In
den Jahren zuvor waren in Deutschland durch die
Reichsbildung bereits die unzähligen inländischen
Zollgrenzen der Kleinstaaterei gefallen - was sich
natürlich belebend auf die deutsche Wirtschaft
auswirkte. Diesen
innerdeutschen Freihandel auf die ganze Welt zu
übertragen in der Hoffnung, er würde sich in
ähnlicher Weise wirtschaftsfördernd auszahlen,
erwies sich als großer Trugschluss - weil eben die
Produktionsbedingungen und auch die Interessen der
konkurrierenden Nationalstaaten sich höchst
unterschiedlich gestalteten. Auch
damals ging schon (wie heute) mit dem globalen Freihandel
(Zollfreiheit) eine folgenschwere Begleiterscheinung einher:
Die Verflechtung der Weltwirtschaft bedingte auch die
Vernetzung der Finanzströme und Banken. Der
Staat verlor dadurch seine Verfügungsgewalt über
die Geldflüsse - die Realwirtschaft wurde zunehmend
unkontrollierbar, weil ausländische Spekulanten und
Finanziers immer mehr Macht und Einfluss
erlangten. Die
Folgen der Weltwirtschaftskrise 1873 Besonders
hohe Einfuhrzölle erhob damals übrigens die USA,
die vermutlich nicht zuletzt aus diesem Grund rasch zur
führenden Supermacht aufstieg (aufgrund der
Schutzzölle waren die Lebensbedingungen dort oft besser
als in Europa, was einen Einwanderungsboom
auslöste).
Die
Ursache der Weltwirtschaftskrise 1929 Wiederum
führte der radikale Zollabbau zu den bereits bekannten
Abläufen: weltweite Unterbietungskonkurrenz bei der
Produktion und undurchschaubare Verzahnung der Finanzwelt.
Die unkontrollierbaren Kredit- und Bankgeschäfte
führten auch diesmal zu irrationalen Spekulationen vor
allem an den amerikanischen Börsen. Auslösender
Moment (aber eben nicht Ursache) war das Platzen dieser
Aktienblase (die Kurse fielen innerhalb von 2 Jahren um 90
%). Die
Folgen der Weltwirtschaftskrise 1929 Auch
in dieser Krise haben die meisten Regierungen richtig
reagiert: Sie kurbelten die Konjunktur über staatliche
Programme an (investierten hauptsächlich in die
Infrastruktur des Landes) und erhöhten gleichzeitig
auch die Zölle. Vor
allem Deutschland
beschritt bis 1933 einen Sonderweg: Die Regierung
Brüning kürzte die Staatsausgaben (selbst die
Arbeitslosenunterstützung wurde dramatisch abgesenkt)
zwecks Haushaltskonsolidierung und um durch sinkende Preise
die Exporte anzukurbeln. Umstritten ist, ob Brüning mit
seiner harten Deflationspolitik auch das Ziel verfolgte, die
Unerfüllbarkeit der von den Siegermächten
geforderten Reparationszahlungen zu belegen. Dass
angesichts des unvorstellbaren Massenelends in der Weimarer
Republik in den Novemberwahlen 1932 die NSDAP ein Drittel
der Wählerstimmen einfing, ist meines Erachtens wenig
verwunderlich. Geschichtsklitterung Ich
halte diese Theorie für lächerlich!
Schließlich haben andere Staaten auch im großen
Stil Konjunkturprogramme aufgelegt, deren Finanzierung nicht
weniger heikel war. Planten diese Länder etwa auch die
Tilgung über einen Eroberungskrieg (dann erscheint die
Kriegserklärung von England und Frankreich an
Deutschland in einem ganz neuen Licht)? Wie
abenteuerlich erscheinen dann erst die heutigen
Konjunkturprogramme und Staatsschulden, zum Beispiel der
USA. Macht die USA sich ernsthafte Gedanken, wie sie das
alles jemals zurückzahlen will? Eine
Rückzahlung der Nazi-Staatsanleihen wäre auch ohne
Krieg kein sonderliches Problem gewesen - notfalls
hätte man die Notenpresse angeschmissen (schon viele
Staaten haben auf diese Weise sich ihrer Altlasten
entledigt). Historiker
die behaupten, eine Diktatur wie die der Nazis hätte
nur mit Hilfe eines unberechenbaren kostspieligen Krieges
die inländischen Schulden an die eigenen
Bürger begleichen können, scheinen vom Geldwesen
wenig zu verstehen oder versuchen bewusst,
Geschichtsklitterung zu betreiben. Geschichtsverfälschung
auch bei der Zollanhebung? Zwar
wurde der in Fahrt gekommene Abwärtstrend durch die
neuen Zollmauern nicht abrupt gebremst (wie sollte er auch),
aber es wurde immerhin eine gesunde wirtschaftliche Basis
geschaffen, worauf die Unternehmer bauen konnten. Warum
wird auch heute noch der Protektionismus der 1930er Jahre
derart verteufelt? Die Antwort ist einfach: Es stecken
einfach zu viele Interessen dahinter. Der
Freihandel ist für alle Spekulanten und Kapitalisten
Voraussetzung für abnorme
Gewinne.
Also werden historische Ereignisse gerne für
Propagandazwecke genutzt. Die Geschichte wird so umgedeutet,
wie man es gerne haben möchte - wohl wissend, dass die
heutige Bevölkerung die komplexen Zusammenhänge
der damaligen Zeit kaum durchschauen wird.
Ursachen
und Folgen der Weltwirtschaftskrise 2008 Die
auslösenden Momente für die derzeitige
Weltwirtschaftskrise sind hinreichend bekannt: Eine durch
ungesicherte Billigkredite aufgeblähte Immobilienblase
in den USA brachte den Ball ins Rollen. Aber
auch hier liegen die eigentlichen Ursachen tiefer verborgen.
Dem Bankenzusammenbruch voraus lag eine drei Jahrzehnte
andauernde Freihandelsphase. Diesmal hatte der
weitgehende Verzicht auf Importzölle besonders starke
Auswirkungen, weil wie noch nie in der Geschichte zuvor
völlig gegensätzliche Lohnniveaus
aufeinanderprallten, in dessen Folge in den alten
Industrieländern alle arbeitsintensiven
Produktionsbereiche vernichtet wurden. Die Arbeitskosten in
den Hochlohnländern lagen um den Faktor zehn bis
zwanzig über denen der aufstrebenden
Schwellenländer. So
kam es natürlich wie es kommen musste: Sämtliche
lohnintensiven Arbeiten wurden ins Billiglohnland
exportiert, während es bei den (oft nur
über
Subventionen geretteten)
restlichen Industriearbeitsplätzen einen steten
Lohnabbau gab. In
einem großen Weltmarkt kommt es also (welch Wunder) zu
einer allmählichen Lohnangleichung: Bei den
einen geht es ständig nur noch bergab, während es
in den Schwellenländern langsam zu steigenden
Löhnen kommt. Dieser Anpassungsprozess (eine der
entscheidenden Ursachen der Weltwirtschaftskrise) würde
sich theoretisch etwa über 150 bis 200 Jahre hinziehen,
wenn nicht den alten Industriestaaten vorher die Luft
ausgeht (wofür es schon jetzt ernste Anzeichen gibt).
Vertuschung
der Folgen Auch
bei der Lohnentwicklung wird kräftig getrickst - es
wird verheimlicht, dass es trotz steten
Produktivitätswachstums
ständig bergab geht. Möglich sind diese
Verschleierungen, weil die genialen technischen
Fortschritte uns heute trotz aller politischer Fehler
(trotz des Freihandels) immer noch einen recht hohen
Wohlstand garantieren. Dass
der Lebensstandard heute allgemein auf
doppelter Höhe
wäre,
wenn man alles beim alten gelassen und die Zölle
nicht rigoros abgesenkt hätte, wird von den
Bürgern selten wahrgenommen - auch weil das Vertrauen
in die von
der Kapitallobby betriebenen
Medien
immer noch ungebrochen ist. Dem
Freihandel folgten auch diesmal wieder die
Finanzmärkte Auch
in einem anderen Punkt wiederholte sich die Geschichte. Die
maßlose "internationale
Arbeitsteilung"
führte, wie schon bei den beiden Weltwirtschaftskrisen
zuvor, wiederum zu einer unkontrollierbaren Aufblähung
und Verschmelzung der Finanzmärkte und zu irrationalem
Verhalten bei der Kreditvergabe. Ursachen
und Folgen der Weltwirtschaftskrisen Was
also beim Vergleich der drei großen
Weltwirtschaftskrisen immer wieder auffällt: Vor der
Krise gab es jedesmal ein lange Phase des Freihandels
(Zollverzichts), der zum übertriebenen Dumpingsystem
führte und in vielen Ländern wichtige
Produktionsbereiche ausrottete. Einhergehend
mit diesem Vernichtungswettbewerb eskalierten die
internationalen Finanztransaktionen, die das gesamte
Wirtschaftsgeschehen undurchschaubar und zum Eldorado von
Glücksrittern und Spekulanten machten. Folgen
der Weltwirtschaftskrise 2008: Wie
geht es nun weiter, was wird aus der aktuellen
Weltwirtschaftskrise? Zunächst
einmal scheint das Schlimmste überstanden. Mit
gigantischen Konjunkturprogrammen, Bankbürgschaften und
Zinsverbilligungen wurde der drohende Zusammenbruch der
Weltwirtschaft vermieden. Doch ist man damit
tatsächlich über den Berg? Kann jede
Weltwirtschaftskrise heute ganz einfach über eine
staatliche Geldschwemme überwunden werden? Ist es so
einfach? Die
positiven Aspekte: Eines
stimmt beruhigend: Ein Massenelend wie zu früheren
Zeiten scheint eher unwahrscheinlich, einfach weil die
Produktivität sich inzwischen vervielfacht hat. Schwer
vorstellbar, das bei dem heutigen hohen technologischen
Entwicklungsstand die Menschen in der westlichen Welt
frieren oder hungern müssen. Beruhigend
auch, dass das angesammelte Privatvermögen in den
Hochlohnländern bei weitem die staatliche Verschuldung
übersteigt - es ist also durchaus noch genug
finanzielle Kraft und Substanz in den
krisengeschüttelten Ländern vorhanden. Aber
wie stoppt man die Staatsverschuldung, wie erfolgt die
Tilgung, wie die Haushaltskonsolidierung? Die
noch unbeantwortete Frage lautet, wie man trotz
Mindereinnahmen mit der höheren Staatsverschuldung und
den explodierenden Sozialkosten fertig wird. Eine
Geldmengenvermehrung über die Notenpresse geht
üblicherweise einher mit steigenden Zinsen. Ein
hochverschuldeter Staat muss dann leicht die doppelte oder
dreifache Menge für seine Schuldentilgung aufbringen.
Er braucht also ständig mehr Geld - und dieser
Teufelskreis kann leicht aus dem Ruder laufen. Seriös
wäre die herkömmliche Art der Sanierung der
Staatsfinanzen: Abgabenerhöhungen und
Ausgabenkürzungen. Aber dieser Weg gilt nicht
gerade als wirtschaftsbelebend - vor allem weil man
feststellen wird, dass mit dem vermeintlichen Wundermittel
Reichensteuer
wieder neue Probleme eingefangen werden. Die
Weltwirtschaftskrise ist nicht das eigentliche
Problem... Also
bleibt es bei dem, was ich mit meinen Publikationen seit
über 20 Jahren zu verdeutlichen versuche: Kommentar
zu diesem Artikel (Nr. 804) abgeben? Weiterführende
Artikel: Staatliche
Notmaßnahmen Hartz
IV - ist der Sozialstaat noch zu
retten? Das
letzte Aufbäumen - der Euro vor dem
Fall Aber,
aber, aber..... "Aber
unsere Löhne sind doch in den letzten drei Jahrzehnten
gar nicht gefallen..." "Aber
die Schwellenländer haben doch von der Globalisierung
profitiert..." "Aber
gerade Deutchland lebt doch vom Export ..." "Aber
die Globalisierung macht die Produkte
billiger!" ©
Manfred J. Müller, Flensburg, Juni 2009 Startseite
www.das-kapital.eu
Das
kapitalistische
Ermächtigungsgesetz Die
wahren Ursachen der Bankenkrise werden
verkannt! Alles
wurde schlechter... Staatliche
Notmaßnahmen Ursachen
und Folgen der
Weltwirtschaftskrisen Aber
Deutschland lebt doch vom
Export...! Wie
verlaufen Finanzkrisen? Die
Kultivierung des Kapitals - konträr zu Karl
Marx Wie
sinnvoll ist die
Pendlerpauschale? Die
Umfinanzierung der
Pflegeversicherung! Die
unsichtbaren Grenzen des
Sozialstaats Wie
lassen sich Steueroasen
austrocknen? Sie
hätten das Doppelte
verdient! Weitere
interessante Seiten finden Sie auf www.anti-globalisierung.de,
www.kapitalismus-online.de,
www.weltwirtschaft-globalisierung.de,
www.parlamentswahlen.de

1873 die sogenannte Gründerkrise,
1929 setzte die große Depression ein
und die 2008 ausbrechende Bankenkrise macht uns jetzt zu
schaffen.
Auslöser
für diese Krise waren auch damals eine überhitzte
Investitionstätigkeit und großzügig
vergebene Kredite, auf denen die Banken sitzen blieben.
Hinter diesem offensichtlichen Auslösefaktor steckt
aber mehr: Schon damals hatte man im Überschwung eines
allgemeinen Freiheitsdranges auch im Wirtschaftsbereich auf
den Liberalismus
gesetzt - auf einen weltumspannenden Freihandel fast ohne
Zölle.
Diese einmalige Erfolgsgeschichte des Zollabbaus scheinen
auch heute noch viele Entscheidungsträger falsch zu
deuten. Denn durch den Wegfall der Binnenzölle
ergab sich im gesamten deutschen Kaiserreich ein
homogener Wirtschaftsraum mit gleichen Vorschriften,
Steuergesetzen und Lohnniveaus.
Dieser erste weltweite Freihandel geriet daher zum Desaster,
die ohnehin schon niedrigen Hungerlöhne der
Fabrikarbeiter wurden durch den internationalen Wettbewerb
noch weiter runtergedrückt - was weltweit zu
Kaufkraftverlust und Überproduktion
führte.
Indes
haben die damaligen Politiker richtig reagiert, sie haben
ihre Fehler erkannt und das unkontrollierbare
wirtschaftliche Treiben der globalen
Frühindustrialisierung über eine Anhebung der
Einfuhrzölle eingedämmt. Dadurch konnten die
Löhne in den einzelnen Nationalstaaten wieder steigen,
es erhöhte sich die allgemeine Kaufkraft der
Bevölkerung, die Wirtschaft kam in Schwung.
Die
Situation vor der 1929 beginnenden Weltwirtschaftskrise
ähnelte in verblüffender Weise der vor der
Gründerkrise 1873. Wiederum war die Politik einer Art
Globalisierungswahn erlegen - also Verzicht auf Zölle,
nach dem Motto "es
lebe der totale Freihandel".
Spekulanten und Kapitalisten hatten nämlich längst
begriffen, dass der Verzicht auf Zölle ihnen
unbegrenzte Möglichkeiten bot (Kapitalistisches
Ermächtigungsgesetz).
In
den führenden Industrienationen brach die Wirtschaft
ein. Alles ging bergab: die Vermögen der Aktionäre
lösten sich rasch in Luft auf (die meisten Aktien waren
auf Pump gekauft), die Kaufkraft stürzte ab, Firmen
wurden ihre Waren nicht mehr los, gingen pleite oder mussten
weite Teile der Belegschaft entlassen, die Löhne sanken
und die Massenarbeitslosigkeit setzte ein.
Denn Hitler war es schließlich, der ein plausibles
Konzept zur Behebung der Massenarbeitslosigkeit anbot
(staatliche Investitionsprogramme). Tatsächlich war das
Wirtschaftsprogramm der Nazis erfolgreich. Innerhalb von
wenigen Monaten sank 1933 die Zahl der offiziellen
Arbeitslosen von 6,2 auf 3,7 Millionen.
Nun
kommen manche Historiker immer wieder mit dem Einwand,
Hitlers auf Pump finanzierte Wirtschaftsankurbelung sei
unseriös gewesen, die Staatskredite hätten
niemals zurückgezahlt werden können. Daraus
wird abgeleitet, Hitler habe von vornherein einen
Eroberungskrieg geplant, um sich so seiner Staatsschulden zu
entledigen.
Verlierer sind in einem solchen Fall hauptsächlich die
Besitzenden, deren Barvermögen entwertet wird (wie in
Deutschland nach dem 1. Weltkrieg).
Auch
die Folgen der ab 1930 allmählich einsetzenden
allgemeinen Zollanhebungen werden auffallend einseitig
dargestellt. Natürlich wurde durch diesen Trend der
Export stark zurückgedrängt. Aber sich allein auf
diesen Absatzverlust zu konzentrieren erscheint mir mehr als
dümmlich.
Denn der nachlassende Konkurrenzdruck von außen
hat im Gegenzug zur erheblichen Stimulierung der
Binnenwirtschaft beigetragen - wenn man so will zu einer
Normalisierung
der Marktwirtschaft.
In der Gewissheit, dass von außen nicht mehr durch
Dumpingpreise quergeschossen wird, konnten die Investoren
wieder Vertrauen schöpfen - das Spiel der
marktwirtschaftlichen Kräfte war für sie wieder
überschaubar bzw. kalkulierbar.
Das
wahre Ausmaß dieses steten Negativtrends wurde von den
einzelnen Regierungen bislang geschickt vertuscht, indem zum
Beispiel Arbeitslose in die Frührente, in
ABM-Maßnahmen oder subventionierte Minijobs
abgeschoben wurden. Ehrlich gerechnet fehlen in Deutschland
mindestens zehn
Millionen Vollzeitjobs,
statistisch sind es derzeit gerade einmal 3,4
Millionen.
In einer auf den Binnenmarkt ausgerichteten Volkswirtschaft
würde es keiner seriösen Bank einfallen,
ungeprüfte dubiose Hypothekenpakete aus fernen
Erdteilen aufzukaufen.
Oder führt die staatliche Intervention auf Pump
geradewegs in die nächste Krise, in eine globale
Staatsschuldenblase?
Werden die Euroländer das Finanzproblem über die
Notenpresse lösen wollen, wird die EZB womöglich
ihre ehernen Geschäftsgrundlagen aufgeben und
Staatsanleihen aufkaufen? Kann
der Euro überhaupt noch gerettet werden?
Fazit: Alle werden sich einschränken müssen, es
geht weiter bergab.
Ausgangspunkt für alles Übel ist die
übertriebene Globalisierung durch den Abbau der
Zölle und der daraus resultierende weltweite
Dumpingwettbewerb. Er hat dazu geführt, das in den
alten Industriestaaten ein harter Kampf um die verbliebenen
Arbeitsplätze entbrannt ist und die Reallöhne (im
starken Gegensatz zur Produktivität) sinken.
Wenn es der Politik gelingt, diesen Irrweg zu verlassen und
der Propaganda der Kapitallobby in diesem Punkt keine
weitere Beachtung schenkt, wird es ein Leichtes sein, auch
unsere Volkswirtschaft wieder auf Kurs zu
bringen.
Was
tun, wenn Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung immer
weiter anwachsen?
Müssen
die Hartz-IV-Regelsätze erneut angehoben werden. Ist
das alles überhaupt noch finanzierbar? Oder geht es
Hartz-IV-Familien teilweise schon besser als
Normalverdienern?
In der Krise zeigt die Europäische Zentralbank ihr
wahres Gesicht
Weitere
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Die
Grundvoraussetzung für das globale
Ausbeutungssystem.
Steckt
hinter der Bankenkrise nur grobe Fahrlässigkeit und
Spekulantentum oder geht es doch mehr um einen
verhängnisvollen Systemfehler?
Was
wurde aus dem produktiven Fortschritt der letzten 30 Jahre?
Wie haben sich die Einkommen entwickelt?
Was
tun, wenn Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung immer
weiter anwachsen?
Wie
entstehen und verlaufen Weltwirtschaftskrisen? Was
lässt sich aus den bisherigen Krisen lernen?
Der
Mythos vom "Exportweltmeister" verwirrt noch immer viele
Politiker. Was passiert, wenn die Realitäten weiterhin
verdrängt werden?
Auch
Finanzkrisen haben eine Systematik. Entstehung und Verlauf
sind weitgehend vorhersehbar.
Lässt
sich überhaupt das Kapital kultivieren?
Ist
die steuerliche Absetzbarkeit der Fahrtkosten zur
Arbeitsstelle vernünftig? Oder wird damit die
Energievergeudung und Unwirtschaftlichkeit staatlich
gefördert?
Die
Finanzierung der Pflegeversicherung über lohnbezogenen
Beiträge verteuert zusätzlich die ohnehin schon
hohen deutschen Arbeitskosten. Das darf und das muss auch
nicht sein.
Die
Belastungsgrenze des Sozialstaates ist längst
überschritten. Die Erwerbstätigen können gar
nicht mehr erwirtschaften, was Politiker im Wahlrausch so
alles versprechen. Erfolgt eine Umverteilung bis zum
Untergang?
Ist
der Staat machtlos gegenüber
Steuertricksern?
Viele
wollen es einfach nicht wahrhaben - ohne Zollabbau (also
ohne globalen Dumpingwettbewerb) wären die deutschen
Arbeitseinkommen und Renten etwa doppelt so hoch wie sie es
heute sind.
Manfred
Julius Müller
analysiert seit 30 Jahren weltwirtschaftliche
Zusammenhänge und veröffentlichte unzählige
Aufsätze zu den verschiedensten Themen. Er entwickelte
neue Wirtschaftstheorien, die weltweit neue
Maßstäbe setzten und in manchen Ländern in
wichtigen Bereichen bereits die Gesetzgebung beeinflussten.
Inzwischen sind auch einige Bücher erschienen, u. a.
"Das
Kapital und die
Globalisierung".